6WINIT - Mobile Anwendungen im Next Generation Internet
Die Mobilfunknetze der nächsten Generation werden durch ihre Leistungsfähigkeit neue Dienste und Anwendungen ermöglichen, die mit den heute verbreiteten GSM-Netzen noch nicht realisierbar sind. Die Verfügbarkeit eines derartigen weitgehend flächendeckenden drahtlosen Netzes schafft erstmals die Möglichkeit, mobile Anwendungen zu realisieren, die auf einen dauerhaften und universell verfügbaren Internet-Zugang angewiesen sind. Da die neuen Mobilfunknetze ihrerseits auf Internet-Technologien basieren, kommen hier zahlreiche bereits aus dem "konventionellen" Internet bekannte Technologien zum Einsatz. Teilweise werden allerdings auch neue Technologien entwickelt, um den für die drahtlosen Netze geltenden Anfordungen wie Mobilität, Sicherheit und Skalierbarkeit (in Bezug auf die Anzahl der Netzteilnehmer) Rechnung zu tragen. Im Projekt 6WINIT (IPv6 Wireless Internet Initiative) erforscht der Bereich DMN in Zusammenarbeit mit europäischen Telekommunikationsbetreibern, Geräteherstellern, Forschungseinrichtungen und Krankenhäusern neue Einsatzmöglichkeiten für IPv6 - Internet Protocol Version 6, die neue Version des Internet-Protokolls – in drahtlosen Netzen (Wireless LAN, GPRS und UMTS). Ziel des Projekts ist es, im Vorfeld der Markteinführung der Mobilfunknetze der dritten Generation neue Lösungen für den Einsatz von Internet-Technologien zu entwickeln und zu demonstrieren. Der Anwendungshintergrund ist dabei der Einsatz in klinischen Szenarien – ein Bereich, in dem sowohl hohe Anforderungen an Mobilität als auch an Dienstgüte und Ausfallsicherheit gestellt werden. Das TZI entwickelt im Rahmen von 6WINIT Technologien für Multimedia-Kommunikation, beispielsweise Relays für IP-Telefonie (siehe Figure 1). Die Verwendung von Internet-Technologien in drahtlosen Netzen ist deswegen interessant, weil diese Netze deutlich andere Eigenschaften als die sonst üblichen Zugangsnetze in Bezug auf Bandbreite, Latenzzeit und Bitfehlerrate aufweisen. Durch Mobilität können sich diese Eigenschaften darüber hinaus noch laufend ändern. Um Multimedia-Kommunikation über diese Netze betreiben zu können, ist daher zum einen ein ökonomischer Umgang mit der zur Verfügung stehenden Bandbreite erforderlich – zum anderen aber auch dynamische Anpassung an sich ändernde Netzeigenschaften. Der technische Schwerpunkt liegt im Projekt 6WINIT auf IPv6. Das neue Internet-Protokoll wird sukzessive das derzeit verwendete Protokoll (Version 4) in allen Bereichen des Internet ersetzen. Die Definition eines neuen Protokolls ist unter anderem deswegen notwendig worden, weil der Adreßraum von IPv4 nicht mehr ausreicht, um auch in Zukunft alle Teilnehmer des Internet mit einer eindeutigen Adresse versehen zu können. Die neue Protokoll-Version ist nicht direkt mit der alten Version kompatibel – aus diesem Grund wird sich der Übergang über einen längeren Zeitraum erstrecken. Während dieser Übergangsphase werden beide Protokoll-Versionen nebeneinander verwendet werden. Transitionsmechanismen wurden geschaffen, um den Übergang zu erleichtern, aber dennoch gestaltet sich der Wechsel aufgrund der großen Basis an vorhandener IPv4-Infrastruktur schwierig. Die Mobilfunknetze der dritten Generation sind aus Sicht des Übergangs zu IPv6 interessant, weil sie als green field gelten, das heißt, sie werden neu aufgebaut, haben keine vorhandene IPv4-Infrastruktur und zu sollen bis zu sehr hohen Teilnehmerzahlen skalieren. Im Projekt 6WINIT werden vor diesem Hintergrund Lösungen entwickelt, die die Leistungsfähigkeit dieser Technologien demonstrieren sollen. |
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